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Wenn der Jude, wie es in der Natur der Aufklärung, die eine Religion gegen die andre richtet, begründet ist, das Evangelium für Betrug erklärt, so giebt ihm diesen Vorwurf in religiöser Form der Christ zurück, indem er sagt, der unglückselige Zustand, in dem er sich seit dem Untergange seines Staats befinde, sey eine Folge des göttlichen Fluches, der auf den Widersachern des Messias liege. Allein worin besteht das Unglück der Juden? Etwa nur darin, daß sie von den Christen verfolgt und gedrückt sind? Als ob nicht auch Märtyrer verfolgt und gedrückt wären! Als ob Druck und Verfolgung nicht auch das Loos derjenigen wäre, die um einer höhern Idee willen ihrer Zeit widersprechen und von der Zukunft mit vollkommner Gewißheit ihre Rechtfertigung erwarten dürfen. Wie also sind die Juden unter der Herrschaft des Christenthums verfolgt und gedrückt worden? Nicht als Märtyrer für eine höhere Idee, nicht als Märtyrer der Zukunft, sondern als Märtyrer einer Vergangenheit, deren Entwicklung, die Entwicklung, in der sie selbst leben, sie nicht anerkennen. Was man den göttlichen Fluch nennt, ist Nichts als die natürliche Folge eines Gesetzes, welches an sich schon chimärisch und unfähig die Seele eines wirklichen Volkslebens zu bilden, der Entwicklung, die ihm allein noch einigen Halt geben konnte, widerspricht und sich von ihr losgetrennt erhalten will. Der vermeintliche göttliche Fluch besteht in nichts Anderm als den natürlichen Folgen des Widerspruchs, in welchen sich die Juden mit der ganzen Geschichte und mit ihrem Gesetz gebracht haben.
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