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Lange genug hat man nun die Kinder mit dem Spruche geschreckt, „daß die Existenz des Staats mit der Kirche zusammenhänge“ - die Zeit ist nun vorüber, wo wir es glauben, daß der Staat, dessen Wesen die Freiheit ist, mit Kirche und Religion, deren Wesen die Knechtschaft ist, um seiner selbst willen, wenn er nicht augenblicklich zusammenstürzen wolle, zusammenhängen müsse. Wenn wir hinter das Wesen der Kirche und des Staats gekommen sind, dann wird uns Niemand mehr vorreden können, daß der Staat, indem keine Pflicht ohne Recht ist und Pflichten nur so weit als die Rechte gehen, auf die Kirche und Religion sich stützen müsse, in deren Bereich wir rechtlos sind, Null und Nichtig, ohnmächtige, unmündige Kindlein sein sollen: daß der Staat, in dem der Mensch sich gemäß seinem wahren, menschlichen Wesen zu entwickeln hat, mit einer Kirche zusammenhängen solle, die uns immer zuruft, daß wir von unserer Bestimmung abgefallen, mit einem Wesen außer uns entzweit sind; daß der Staat, in dem wir nur das sind, was wir aus uns machen, mit einer Kirche zusammenhängen solle, in der wir nur das seyn sollen, was es der Gnade eines Andern beliebt, aus uns zu machen. Kurz der Staat, der hier auf dieser Erde seine Geschäfte hat, der Alles nur durch seine eigne Kraft auszuführen hat - daß jenseitige Mächte in den Staat jemals eingegriffen hätten, davon wüßten wir Nichts und Niemand wird uns ein glaubwürdiges Creditiv vorbringen können, welches den Beweis enthielte, daß der Himmel durch Abgesandte in der Weltgeschichte intervenirt hätte - der Staat, wenn er sich nicht auf den Kopf stellen und mit den Füßen auf die Luft stützen d. h. seine Angehörigen nicht um den Staat bringen will, kann sich nicht auf die Kirche stützen, die ihren Angehörigen befiehlt, ihren Wandel im Himmel zu führen und alles Irdische nur als ein ekles Hinderniß, welches ihren seligen Wandel stört, oder als einen bloßen Schein zu betrachten.
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